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Die Posthalle ist ein wichtiger Bestandteil Würzburgs. Allerdings droht der Abriss ohne Alternative und damit Würzburgs Kultur ein großer Verlust.
Um das zu verhindern arbeiten wir seit einiger Zeit unter dem Motto „Egal wo! Hauptsache Posthalle retten“ an einer vom Standort unabhängigen Zukunft der Posthalle. Alle Infos zu diesem Thema haben wir für dich auf dieser Seite zusammengefasst.

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Heute kennt ganz Würzburg die Posthalle als große Veranstaltungshalle direkt neben dem Hauptbahnhof. Doch das war nicht immer so. Wo nun schon seit 13 Jahren Konzerte, Partys, Poetry Slams, Flohmärkte, Ausstellungen, Messen, Theater und vieles mehr stattfinden, wurde bis 1997 Würzburgs Post sortiert. Daran erinnern jedoch allein die alten Postleitzahlen auf dem Hallenboden, auf dem heute eine moderne Bühne steht. Mittlerweile kommen bei den über 200 Veranstaltungen im Jahr nahezu 200.000 Besucher*innen in das alte Postverteilzentrum, damit ist die Posthalle Unterfrankens größte Veranstaltungsstätte.

Doch nicht nur Würzburger*innen finden den Weg in die Halle mit dem markanten Sägezahndach – aus dem ganzen Umland zieht es Menschen in die Posthalle.

Ob für Besucher*innen, Zugezogene oder Alteingesessene – Würzburg bietet etwas, was andere Universitätsstädte in gleicher Größe vermissen lassen: Eine pulsierende Club- und vielfältige Kulturlandschaft, welche aktuell Gefahr läuft mit der Posthalle eines ihrer größten und wichtigsten Aushängeschilder zu verlieren und somit massiv an Attraktivität einzubüßen.

Weil sie abgerissen werden soll. Wo aktuell noch zahlreiche Kreativschaffende ein erschwingliches Zuhause und Inspiration finden, sollen schon bald in direkter Bahnhofsnähe Mietwohnungen, Büros und Hotels entstehen. Für die Eventlocation Posthalle gibt es bislang noch keine Alternative.

Die Posthalle ist Würzburgs einzige Location für Konzerte mit 200 bis 3.000 Besucher*innen. Ein Wegfall würde bedeuten, dass viele Bands und Künstler*innen zukünftig zwischen Nürnberg und Frankfurt nicht mehr in Würzburg Halt machen und, dass es für Events wie den Fashion Flohmarkt oder den Poetry Slam kein Dach mehr über dem Kopf geben würde.

Ob als Ausweichspielstätte für den Hafensommer oder Raum für größere Feierlichkeiten wie Examensbälle der Würzburger Studierenden, die Posthalle erfüllt seit Jahren in vielerlei Hinsicht auch die Aufgaben einer Stadthalle. Während der Corona-Pandemie finden dort zudem Universitätsprüfungen, Parteitage und ähnliches mit Hygienekonzept statt.

Damit Kultur gemäß ihrem Wesen einen Beitrag zur Lebensqualität der Allgemeinheit leisten kann, braucht sie entsprechenden Raum. Die Posthalle Würzburg strebt danach, diesen für Formate auf der gesamten kulturellen Bandbreite anzubieten. Wo andere Kulturräume ihre Existenzberechtigung aus der Bedienung einzelner Interessensgruppen beziehen, agiert die Posthalle vielschichtiger: Sie stellt einen kulturellen Begegnungsort über alle Alters- und Gesellschaftsschichten hinweg dar.

Den Kernbereich repräsentiert dabei die Musikkultur mit Konzerten, Festivals und Tanzveranstaltungen. Dies wird ergänzt durch Comedy, Kabarett, Lesungen, Vorträge, Poetry, Theater, Musical und Public Viewing, um einem umfassenden Spektrum kultureller Formate Raum zu bieten. Die Bereiche Messe, Kongress, Märkte, Firmenfeiern, Vereins- und Parteisitzungen sowie Universitätsprüfungen vervollständigen das Portfolio.

Gerade die facettenreiche Subkultur ist in ihrer Wichtigkeit für die Attraktivität einer Stadt hervorzuheben. Diese muss in ihrer Realisierbarkeit bei vielen gewinnorientierten Veranstaltern jedoch oftmals den aussichtslosen Kampf mit rentablen Mainstream-Kulturformaten aufnehmen. Kurz gesagt wird von deren Seite nur veranstaltet, was wirtschaftlich rentabel ist, ein rein kultureller Wert ist oftmals nicht ausreichend. Dies schränkt in solchen Fällen die Erlebbarkeit der kompletten kulturellen Bandbreite für die Allgemeinheit enorm ein.

Das Geschäftsmodell der Posthalle basiert jedoch darauf, Kultur mit Kultur zu finanzieren, um eine solche eingeschränkte Erlebbarkeit zu vermeiden. Die Einnahmen reichweiten- und umsatzstarker Formate werden zur Querfinanzierung verlustbehafteter ideell wertvoller Formate benutzt. Dabei veranstaltet die Posthalle selbst und vermietet außerdem zu individuell angepassten Konditionen, sie wirkt damit gleichermaßen kulturschaffend und -ermöglichend. Dem Streben der Posthalle unterliegt in diesem Sinne seit Gründung –und trotz ihrer Organisationsform einer GmbH – keine primär gewinnorientierte Einstellung.

Wie die gesamte Kulturszene ist die Posthalle stark von der Krise betroffen. Bis auf ein kleines Zeitfenster im Herbst 2020 musste die Posthalle seit Mitte März 2020 für Kulturveranstaltungen schließen. Die meisten Mitarbeiter*innen sind oder waren in Kurzarbeit, die Umsätze fielen aus, während viele Kosten weiterliefen. Durch zahlreiche Förderprogramme, für die wir sehr dankbar sind, sind wir aktuell aber abgesichert und können uns zumindest hinter den Kulissen auf einen Neustart nach Ende der Pandemie vorbereiten.

Gleichzeitig versuchen wir die Zeit zu nutzen, um neue Wege zu beschreiten. Seit letztem Jahr veranstaltet die Universität Würzburg Prüfungen in der Posthalle und Parteien, Vereine & Co. veranstalten ihre Versammlungen unter strengem Hygienekonzept nach Absprache mit den lokalen Ordnungsbehörden bei uns.

Ja! Neben einer großen medialen Aufmerksamkeit konnten im Rahmen der Petition 21.119 Unterschriften gesammelt werden, welche im Dezember 2019 an den Oberbürgermeister der Stadt Würzburg, Christian Schuchardt, übergeben wurden. Parallel dazu bewilligte der Stadtrat Mittel für eine Standortanalyse für einen Ersatzneubau der Posthalle an einem anderen Ort in Würzburg. Bisher gab es dazu eine Beratungsrunde mit Vertretern von Stadt und Posthalle, sowie dem beauftragten Architekturbüro, im Januar 2021.
Zur Petition mit den Statements vieler Politiker*innen geht es hier.

Auch im Vorfeld zur Kommunalwahl 2020 bezogen fast alle Parteien Stellung zur Zukunft der Posthalle.

Stellungnahme der Parteien

Das Format Posthalle ist nicht zwangsläufig an den aktuellen Standort gekoppelt. Schon von Beginn an haben wir immer mal wieder interessante Standorte für einen Ersatzneubau betrachtet.

Zum Beispiel:

1) Standort an der Friedensbrücke

Klick zur Visualisierung

Vorteile:

  • Sehr zentral gelegen
  • Keine direkten Nachbarn
  • Gute ÖPNV-Anbindung und ausreichend Parkmöglichkeiten
  • Synergieeffekte mit Veranstaltungen auf der Talavera oder mit dem Congresscentrum
  • Im Eigentum der Stadt Würzburg
Nachteile:
  • Bebauung des Mainufers
  • Hochwasserschutzgebiet
  • Die untere Zellerau hat bereits eine hohe Veranstaltungsdichte, die Sorge um zusätzlichen Beeinträchtigungen könnte bestehen

2) Standort an der Ständerbühlstraße (nördlich Bahnhof)

Vorteile:
  • Keine direkten Nachbarn
  • Baugrund bereits vorhanden
  • Im Eigentum eines städtischen Eigenbetriebes
Nachteile:
  • Keine gute ÖPNV-Anbindung und zu wenig Parkmöglichkeiten
  • Keine Synergieeffekte
  • Wenig zentral

3) Standort auf dem Parkdeck Veitshöchheimer Straße

Vorteile:
  • Zentral gelegen
  • Keine direkten Nachbarn
  • Baugrund bereits vorhanden
  • Im Eigentum eines städtischen Eigenbetriebes
Nachteile:
  • Keine gute ÖPNV-Anbindung und zu wenig Parkmöglichkeiten
  • Synergieeffekte mit Veranstaltungen auf der Talavera oder mit dem Congresscentrum entfallen
  • Die Fläche ist sehr schmal
  • Das Quartier „Äußere Pleich“ ist bereits stark belastet
  • Keine potentiellen Außenflächen für Besucher und Logistik

Wir freuen uns, dass dir die Posthalle so wichtig ist wie uns – also hilf uns die Zukunft der Posthalle überall zum Thema werden zu lassen. Ob bei Kaffee & Kuchen mit der Familie, beim Training mit Freund*innen oder auf der Arbeit – sprich mit deiner Familie, Freund*innen & Bekannten über das Thema. Nutze dein hier angelesenes Wissen, um sie davon zu überzeugen, dass Würzburg die Posthalle braucht.

Im Sommer 2017 hat sich zudem der gemeinnützige „Förderverein zur Unterstützung der kulturellen Vielfalt der Posthalle e.V.“ gegründet. Dieser verfolgt gemäß Satzung unter anderem das Ziel, der Kultur auf dem Gelände zu einer Zukunft zu verhelfen und führt dazu verschiedene Aktionen durch. Falls du dich engagieren möchtest, wende dich gerne an info@posthalleretten.de.

Hier geht es direkt zum Mitgliedsantrag:

Mitgliedsantrag

Wie geht es jetzt mit der Posthalle unmittelbar weiter?

Aktuell läuft unser Mietvertrag am jetzigen Ort bis März 2023. Dementsprechend planen wir auch die Fortsetzung unseres Veranstaltungsprogramms vorerst bis dahin.



Wofür braucht es die Posthalle trotz geplanter Multifunktionsarena?

Neben der Grombühlbrücke ist der Neubau einer Multifunktionsarena geplant. Diese ist auf große Sport- und Veranstaltungsformate ausgerichtet und wird zweifellos einen Zugewinn für Würzburgs Kulturlandschaft darstellen. Deren Planung, Bewilligung und Finanzierung steht jedoch aus folgenden Gründen in keinerlei Verbindung oder gar Konkurrenz zum Format der Posthalle: Besucher schätzen die Posthalle für die Möglichkeit verschiedensten Veranstaltungen mit Besucherzahlen zwischen 200 und 3.000 ein authentisches Zuhause zu geben. Da die Multifunktionsarena rein auf Großveranstaltungen ab 3.000 Besucher*innen ausgelegt ist, funktionieren Veranstaltungen dort erst ab einer höheren Besucherzahl, deshalb wird die Posthalle auch in Zukunft für Veranstaltungen mit weniger als 3.000 Gästen benötigt.

Würzburg kann sich auf die Veranstaltungen in der Multifunktionsarena freuen. Diese werden jedoch vollständig andere sein als die stattfindenden Events in der Posthalle.

Ein paar interessante Videos:

Interview mit Jojo Schulz im Rahmen der Initiative GEMEINSAM LAUTER des Bayerischen Rundfunks aus dem Mai 2021


(Posthalle ab 16:35)

Online Preisverleihung zur Auszeichnung der Posthalle als „Club des Jahres“ durch den Verband für Popkultur in Bayern e.V. aus dem Dezember 2020


(Posthalle ab 09:15)
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Interview mit Posthallen-Macher Jojo Schulz im Rahmen der Reihe Kulturpunkte des „Dachverband freier Würzburger Kulturträger“ aus dem November 2020

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Video zum Start der Petition „Egal wo! Hauptsache Posthalle retten“ aus dem April 2019